Berufe im Gesundheitswesen

In Deutschland arbeiten ungefähr 6 Millionen Menschen im Gesundheitswesen. Damit ist fast jeder achte Erwerbstätiger im Gesundheitswesen tätig. Die Branche gilt als personalintensiv und bietet Karrierechancen sowohl in der Pflege als auch im kaufmännischen Bereich. Wir sagen dir, welche Berufe es im Gesundheitswesen es gibt und welche Karriere und Zukunftsaussichten du hast.



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Welche Berufe im Gesundheitswesen gibt es?

Eine scharfe Trennung bei Gesundheitsberufen gibt es nicht. Allgemein werden aber alle Berufe im Gesundheitswesen zusammengefasst, die sich mit der Gesundheit von Menschen und Tieren befassen. Nur ein Teil der Gesundheitsberufe werden vom Staat reglementiert. Einige Berufe haben sich ohne staatliche Ausbildungsregelung entwickelt.

Geregelte Berufe im Gesundheitswesen

Unter einem geregelten Beruf versteht man solche Berufe im Gesundheitswesen, bei denen die Ausbildung und Weiterbildung entweder durch Bundesrecht oder im Landesrecht bestimmt wird. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Heilberufen, Berufe nach Berufsbildungsgesetz und nach Berufen im Gesundheitshandwerk.

Heilberufe

Nach Artikel 74 Absatz 1 Nummer 19 Grundgesetz darf der Bund die Zulassung zu den ärztlichen sowie tierärztlichen und anderen Heilberufen regeln. Zu den Heilberufen zählen alle Berufe, die Tätigkeiten umfassen, die zur Heilung von Krankheiten, medizinisch-helfende Behandlung oder Betreuung von Patienten umfasst.

Alle Berufe, die als Heilberuf klassifiziert werden, sind geschützte Berufsbezeichnungen, die nur mit einer entsprechenden Ausbildung geführt werden dürfen.

Geregelte Heilberufe

  • Anästhesietechnische/r Assistent/in
  • Altenpfleger/in
  • Apotheker/in
  • Arzt/Ärztin
  • Diätassistent/in
  • Ergotherapeut/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in (bis 31. Dezember 2019)
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in Krankenpflegegesetz (bis 31. Dezember 2019)
  • Hebamme
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in
  • Logopäde/Logopädin
  • Masseur/in und medizinischer Bademeister/in
  • medizinisch-technischer Assistent/in für Funktionsdiagnostik
  • medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent/in
  • medizinisch-technischer Radiologieassistent/in
  • Notfallsanitäter/in
  • Operationstechnische/r Assistent/in
  • Orthoptist/in
  • Pflegefachfrau / Pflegefachmann
  • pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
  • Physiotherapeut/in
  • Podologe/Podologin
  • Psychotherapeut/in
  • Psychologische/r Psychotherapeut/in
  • Rettungsassistent/in
  • Tierarzt/Tierärztin
  • veterinärmedizinisch-technischer Assistent/in
  • Zahnarzt/Zahnärztin

Berufe nach Berufsbildungsgesetz

Neben den klassischen Heilberufen, die den Fokus auf die Pflege, Betreuung und Behandlung von Patienten liegt, gibt es Berufe im Gesundheitswesen, die sowohl Aufgaben in der Behandlungsassistenz arbeiten als auch verwaltend kaufmännisch tätig sind. Weil neben der Heilung von Patienten auch kaufmännische Aufgaben im Fokus dieser Berufe stehen, werden diese nicht den Heilberufen zugeordnet und werden im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt.

Berufe im Gesundheitswesen, die nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt werden, sind ähnlich klassifiziert wie andere Heilberufe, beinhaltet jedoch zusätzlich kaufmännisch-verwaltende Aufgaben. Das Tragen der Berufsbezeichnung ist lediglich nach einer entsprechenden Ausbildung möglich.

Geregelte Berufe im Gesundheitswesen nach dem Berufsbildungsgesetz

Gesundheitshandwerk

Berufe im Gesundheitswesen, mit einer technischen und handwerklichen Ausrichtung, werden dem Gesundheitshandwerk zugeordnet. Solche Berufe unterliegen der Handwerksordnung (HwO) und werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft geregelt.

Gesundheitshandwerker bilden die Schnittstelle zwischen Technik und Mensch in der Versorgung mit individuellen und beratungsintensiven Medizinprodukten und Dienstleistungen.

Geregelte Berufe im Gesundheitshandwerk

  • Augenoptiker/in
  • Bandagisten/Bandagistin
  • Hörgeräteakustiker/in
  • Orthopädiemechaniker/in
  • Orthopädieschuhtechniker/in
  • Zahntechniker/in

Uneinheitlich geregelte Gesundheitsberufe

Bei den nicht geregelten Gesundheitsberufen, sind die Zugangsvoraussetzungen, Dauer der Ausbildung und Abschlussbezeichnung nicht bundesweit einheitlich geregelt. Je nach Bildungsträger und Bundesland gibt es Abweichungen – führen jedoch in den meisten Fällen zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss.

  • Anästhesietechnischer Assistent (ATA)
  • Chirurgisch-Technischer Assistent (CTA)
  • Desinfektor
  • Fachkraft für Medizinproduktaufbereitung
  • Heilerziehungspfleger
  • Heilpraktiker
  • HNO-Audiologieassistent
  • Gesundheitsaufseher bzw. Hygienekontrolleur
  • Kunsttherapeut
  • Musiktherapeut
  • Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA)
  • Psychologisch-technischer Assistent (PsTA)
  • Tierheilpraktiker
  • Zytologieassistent

Nicht geregelte Gesundheitsberufe

Die nicht geregelten und damit freien Gesundheitsberufe gehören weder zu den medizinischen Berufen, noch zu den Gesundheitsfachberufen. Sie haben damit eine Sonderstellung, da sie weder ein eigenes Berufsgesetz haben, noch über staatliche Zugangsvoraussetzungen verfügen.

Nicht geregelte Gesundheitsberufe sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. Das Führen der Berufsbezeichnung steht somit jedem frei. Die Berufe umfassen lediglich beratende und unterstützende Tätigkeiten. Ein Ausüben von Heilkundetätigkeiten ist auch nach einer Ausbildung nicht möglich – es sei denn, es besteht eine ärztliche Approbation.

  • Gesundheitsberater
  • Gesundheitspraktiker
  • Heilberater
  • Präventologe
  • Psychologischer Berater
  • Ernährungsberater
  • Betrieblicher Gesundheitscoach
  • Wellnesstrainer
  • Fitnesscoach

Studienfächer im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist ein vielfältiger Bereich. Angehende Akademiker können zwischen einer Spezialisierung aus Pflege, Technik, Wirtschaft, Wissenschaft wählen. Einige Studiengänge sind zudem interdisziplinär zwischen den einzelnen Spezialisierungen angelegt.

  • Angewandte Psychologie
  • Biomedizin
  • Epidemiologie
  • Ergotherapie
  • Ernährungswissenschaften
  • Fitnessökonomie
  • Gesundheits- und Sozialmanagement
  • Gesundheitsförderung
  • Gesundheitsmanagement
  • Gesundheitsökonomie
  • Gesundheitspädagogik
  • Gesundheitspsychologie
  • Gesundheitstourismus
  • Gesundheitswissenschaften
  • Health Care Management
  • Hebammenkunde
  • Heilpädagogik
  • Klinische Psychologie
  • Logopädie
  • Medizin
  • Medizinische Informatik
  • Medizinische Radiotechnologie
  • Medizinisches Informationsmanagement
  • Medizinmanagement und Medizincontrolling
  • Medizinpädagogik
  • Medizintechnik
  • Musiktherapie
  • Neurorehabilitation
  • Ökothrophologie
  • Osteopathie
  • Pädagogische Psychologie
  • Pflege
  • Pflegemanagement
  • Pflegepädagogik
  • Pflegewissenschaft
  • Physician Assistance
  • Physiotherapie
  • Prävention & Rehabilitation
  • Psychotherapie
  • Public Health
  • Rettungswesen
  • Soziale Arbeit
  • Sportmedizin
  • Sportpsychologie
  • Sporttherapie
  • Virologie
  • Zahnmedizin

Berufe im Gesundheitswesen ohne Ausbildung

In der ambulanten oder stationären Alten- und Krankenpflege ist der Quereinstieg als ungelernter Helfer möglich. Voraussetzung für einen Job als Helfer in der Pflege ist ein Pflegebasiskurs (ca. 3 Monate in Vollzeit), welcher von der Arbeitsagentur gefördert wird. Etwas kürzer (ca. 2 Monate in Vollzeit) ist der Basiskurs für Alltagshelfer und Betreuungsassistenten, die keine pflegenden Aufgaben übernehmen werden.

Der Quereinstieg in die Pflege wird von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter gefördert. Interessierte sollten sich über die finanzielle Förderung bei ihrem Ansprechpartner am jeweiligen Wohnort informieren.

  • Alltagsbetreuer/in
  • Altenpflegehelfer/in
  • Betreuungsassistent
  • Fahrdienst
  • Gesetzlicher Betreuer
  • Hausnotruf
  • Heilerziehungshelfer
  • Krankenpflegeassistent
  • Pflegehilfskraft
  • Rettungshelfer/in
  • Schulbegleiter/in
  • Stationshelfer/-in


Karriere im Gesundheitswesen und Zukunftsperspektive

Das Gesundheitssystem wächst und bietet für Absolventen vielfältige Einstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten. Bei den Zukunftsaussichten kommt es dann darauf an, in welchen Bereich der Gesundheitsbranche du einsteigen möchtest. In der ambulanten oder stationären Pflege hast du geringere Aufstiegschancen, Verdienstmöglichkeiten – dafür aber einen meist sicheren Job. Ein besseres Gehalt kannst du zum Beispiel als Arzt erwarten, dafür musst du aber eine längere und schwierige Ausbildung in Kauf nehmen.

Insgesamt gilt ein Job im Gesundheitswesen jedoch als zukunfts- und krisensicher. Das betrifft sowohl Berufe in der Pflege, Medizintechnik, Pharmabranche und ähnliche. Sehr gute Aussichten für Interessierte auf Jobsuche.

Welche Berufe im Gesundheitswesen gibt es?

Im Gesundheitswesen gibt es sowohl kaufmännische, pflegende oder technische Berufe. Für die meisten Berufe ist eine Ausbildung oder Studium vorgesehen. Für Quereinsteiger ohne Ausbildung ist der Direkteinstieg in einen Helferjob möglich.
Übersicht: Berufe & Jobs im Gesundheitswesen.

Welche Berufe im Gesundheitswesen ohne Ausbildung gibt es?

Im Gesundheitswesen werden nicht nur Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung gesucht. Ohne Ausbildung kann man einen Job als Helfer in der Altenpflege, Krankenpflege oder in der Alltagsbetreuung finden. Voraussetzung für den Job als Helfer im Gesundheitswesen ist jedoch für viele Tätigkeiten ein mehrwöchiger Basiskurs.
Das sind die unterschiedlichen Berufe im Gesundheitswesen.