Umschulung zur Pflegefachkraft

Eine Umschulung zur Pflegefachkraft kann eine neue berufliche Perspektive eröffnen. Viele Menschen entdecken gerade erst in einer späteren Lebensphase das besondere Interesse an einem Beruf in der Pflege. Die Pflege bietet aufgrund des demografischen Wandels ein interessantes und zukunftssicheres Beschäftigungsfeld.

In diesem Ratgeber findest du alles, was du Dauer, Kosten und Förderungsmöglichkeiten bei der Umschulung zur Pflegefachkraft wissen solltest. In unsere Jobsuche findest du zudem die besten Stellenangebote für Pflegefachkräfte.

Beruf wechseln: Mit einer Umschulung zur Pflegefachkraft

Eine Umschulung zur Pflegefachkraft ist zukunftssicherer Beruf mit Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich für eine Umschulung in der Pflege entscheidet, der kann zwischen verschiedenen Einsatzgebieten, (Krankenschwester / Krankenpfleger, Altenpfleger/in oder Kinderkrankenschwester / Kinderkrankenpfleger) wählen.

Es ist allseits bekannt, dass ein hoher Bedarf an qualifizierten Pflegefachkräften besteht. Gute Chancen also für Bewerber, die mit einer Umschulung einen Quereinstieg als Pflegefachkraft planen.

Die Arbeitsagentur bietet viele Beratungsangebote für die Umschulung zur Pflegefachkraft an. Es ist ratsam, sich über aktuelle Fördermöglichkeiten direkt an die Agentur für Arbeit an seinem Wohnort zu wenden. Auf der Jobbörse der Arbeitsagentur können Interessierte aktuelle Stellenangebote für Pflegefachkräfte finden.

Voraussetzungen

Zulassungsvoraussetzung für eine Umschulung zur Pflegefachkraft ist üblicherweise ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anderen Tätigkeitsfeld. Gute Voraussetzungen für eine Umschulung hat man mit einem grundlegenden Interesse in Biologie, Medizin und Sozialer Arbeit. Interessenten mit einer abgeschlossenen Pflegeausbildung im EU-Ausland können in Deutschland ihren Berufsabschluss anerkennen lassen. Ein Direkteinstieg in die Pflege ohne Ausbildung ist als Pflegehilfskraft möglich.

Wer?Berufschancen
ohne Ausbildung
und ohne Berufserfahrung
Direkter Einstieg als Pflegehilfskraft
– Ausbildung als Pflegefachkraft
– Umschulung als Pflegefachkraft
mit Berufserfahrung als Pflegehelfer– keine Externenprüfung möglich
– Ausbildung als Pflegefachkraft
– Umschulung als Pflegefachkraft
Weiterbildung: Behandlungspflege
abgeschlossene Pflegeausbildung– verkürzte Umschulung innerhalb der Pflegeberufe
abgeschlossene Pflegeausbildung (außerhalb der EU)Anerkennung des Berufsabschluss

Ohne Ausbildung auf Jobsuche? Hier findest du die besten Stellenangebote für Bewerber ohne Ausbildung.

Ablauf & Dauer

Eine Umschulung zur Pflegefachkraft ist ähnlich zu einer regulären Pflegeausbildung aufgebaut und besteht aus einem schulischen sowie einem betrieblichen Teil. Die Umschulung wird sowohl in einem Pflegebetrieb und in einer Pflegeschule durchgeführt werden.

Mit deinem Pflegebetrieb schließt du einen Ausbildungsvertrag ab. Jeder Pflegebetrieb mit Auszubildenden hat eine kooperierende Pflegeschule, wo du weitere theoretische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten erlernen wirst.

Die Umschulung zur Pflegefachkraft dauert drei Jahre und ist damit identisch zu einer regulären Pflegeausbildung. Eine Verkürzung auf zwei Drittel der regulären Ausbildungszeit ist bei diesem Pflegeberuf nicht möglich. Wer bereits über eine fachliche Vorbildung verfügt, kann die Dauer der Umschulung auf zwei Jahre verkürzen. Entscheidet man sich für eine berufsbegleitende Umschulung in Teilzeit als Pflegefachkraft, dann sollte man bis zu fünf Jahre bis zum Abschluss einplanen.

Ablauf einer Umschulung zur Pflegefachkraft

  1. Überblick über mögliche Berufe verschaffen

    Passt der Beruf einer Pflegefachkraft zu dir? Verschaffe dir einen Überblick über Gehalt, Karrieremöglichkeiten und Zukunftsaussichten. Außerdem solltest du deine persönlichen Interessen in dem Pflegeberuf wiederfinden können. Mit dem Online-Eignungstest Check-U von der Arbeitsagentur kannst du herauszufinden, mit welchen Berufsfeldern du dich anhand deiner Stärken und Interessen näher beschäftigen solltest.

  2. Bei der Arbeitsagentur informieren

    Du hast dich für den Beruf einer Pflegefachkraft entschieden? Die Agentur für Arbeit bietet verschiedene Beratungsangebote und Fördermöglichkeiten für die Umschulung zur Pflegefachkraft an. Interessierte sollten sich direkt an die Agentur für Arbeit am jeweiligen Wohnort wenden und ein Beratungsgespräch vereinbaren.

  3. Wege zum Berufswechsel prüfen

    Umschulung, Weiterbildung, Externenprüfung oder Quereinstieg – es gibt viele Möglichkeiten in einen neuen Beruf.
    Für einen Berufswechsel als Pflegefachkraft ist immer eine Umschulung oder Ausbildung notwendig. Ein Quereinstieg ohne medizinische Ausbildung ist lediglich als Pflegehilfskraft möglich.

  4. Dauer und Art der Umschulung klären

    Eine Umschulung zur Pflegefachkraft dauert 3 Jahre und ist damit identisch mit einer regulären Ausbildung zur Pflegefachkraft. Die Umschulung kann in Teilzeit (z. B. berufsbegleitend) erfolgen. Bei einer Teilzeitausbildung verlängert sich die Umschulung um weitere 2 Jahre. Eine durchgehend schulische Ausbildung in einer Bildungseinrichtung ist bei der dualen Umschulung zur Pflegefachkraft nicht möglich.

  5. Vergütung und finanzielle Fördermöglichkeiten prüfen

    Bei einer dualen Umschulung zur Pflegefachkraft erhält man eine Ausbildungsvergütung entsprechend seinem Arbeitsvertrag von seinem Ausbildungsbetrieb. Die Ausbildungsvergütung wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird. Eine genaue Berechnung kann durch einen Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur erfolgen.

  6. Stellenangebote durchsuchen

    Auf der Jobbörse der Arbeitsagentur und anderen Stellenmärkten werden Jobs für Quereinsteiger ausgeschrieben. Darunter auch viele Stellenangebote für angehende Pflegefachkräfte, die einen Berufswechsel planen.

  7. Ausbildungsvertrag unterschreiben

    Der betriebliche Teil der Umschulung zur Pflegefachkraft findet in einem Krankenhaus, einer stationären Pflegeeinrichtung oder einem ambulanten Pflegedienst statt, mit dem ein Ausbildungsvertrag geschlossen wird.

Kosten

Der Besuch einer staatlichen Pflegeschule ist üblicherweise kostenfrei. Man erhält zudem eine Ausbildungsvergütung vom Ausbildungsbetrieb, welcher sich üblicherweise am Tarifvertrag für Pflegepersonal orientiert.

Kostenübernahme durch die Arbeitsagentur

Nach §§ 81, 82 SGB III können Umschulungen zum/zur Pflegefachkraft durch die Arbeitsagentur finanziell gefördert werden. Für die gesamte Dauer der Umschulung werden zum Beispiel Lehrgangsgebühren übernommen. Eine Fortzahlung von Arbeitslosengeld ist ebenfalls möglich. Jedoch wird ein Teil des Arbeitslosengeldes mit der Ausbildungsvergütung verrechnet.

Mögliche Berufe nach der Umschulung

Der Beruf einer Pflegefachkraft ist eine generalistische Berufsbezeichnung für Angestellte in der Pflege. Abhängig von der Spezialisierung während der Ausbildung bzw. Umschulung arbeiten die Fachkräfte mit Kindern, Senioren oder als Krankenpfleger mit Menschen aller Altersklassen zusammen.

  • Altenpfleger/in
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

Die offizielle Berufsbezeichnung für den Pflegeberuf wurde in Pflegefachmann/-frau unbenannt, welcher allgemeingültiger auch als Pflegefachkraft benannt wird. Die Spezialisierung auf Alten-, Kranken- oder Kinderpflege wird im Rahmen der Ausbildung festgelegt.

Wo kann man sich zur Pflegefachkraft umschulen lassen?

Für eine Umschulung als Pflegefachkraft muss man sich einen Ausbildungsbetrieb suchen und einen Ausbildungsvertrag unterschreiben. Der Ausbildungsbetrieb hat in der Regel eine kooperierende Pflegeschule, in der du deine theoretischen Kenntnisse und praktische Fähigkeiten ausbaust.

Wie anerkannt ist die Umschulung zur Pflegefachkraft?

Pflegepersonal wird in allen Gesundheitsbereichen gesucht. Wer sich für eine Umschulung zur Pflegefachkraft aus einem anderen Beruf interessiert, der hat gute Chancen auf eine Arbeitsstelle. Umgeschulte Pflegefachkräfte im mittleren Lebensabschnitt sollten zudem keine Bedenken haben, schlechter gestellt zu werden, da die meisten Pflegeeinrichtungen nach Tarif bezahlen.

Pflegefachkraft ohne Ausbildung

Für den Beruf einer Pflegefachkraft ist zwingend eine Berufsausbildung erforderlich. Der Einstieg in die Pflege ohne Ausbildung ist jedoch als Helfer möglich.

Quereinstieg als Pflegehilfskraft

Bewerber, die einen schnellen Quereinstieg in der Pflege suchen, können als Pflegehelfer arbeiten. Voraussetzung für den Einstieg als Hilfskraft in der Pflege ist ein Pflegebasiskurs. Wenn die Pflege ambulant stattfindet, ist ebenfalls eine Fahrerlaubnis erforderlich. Die Arbeitsagentur unterstützt den Berufseinstieg als Pflegehilfskraft und übernimmt nicht selten die Kosten für den Pflegekurs und PKW-Führerschein.



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Job als Pflegefachkraft

Der Beruf einer Pflegefachkraft ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Die Bezeichnung Pflegefachkraft meint viel mehr eine Fachkraft in einem der vielen Pflegeberufe im stationären oder ambulanten Bereich, z. B. als Altenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in. Je nach Spezialisierung können die Aufgaben leicht abweichend sein.

Aufgaben einer Pflegefachkraft

  • Pflege und Aktivierung
    • persönlichen Kontakt herstellen
    • hilfsbedürftige Personen lagern, betten
    • vorbeugende Maßnahmen ergreifen, z. B. gegen Thrombose
    • bei der Körperpflege sowie bei anderen Verrichtungen des täglichen Lebens helfen
    • bewegungs- und gesundheitsfördernde Maßnahmen durchführen, z. B. Bewegungsübungen, Gedächtnistrainings und Beschäftigungen wie Spazierengehen
  • Maßnahmen der Behandlungspflege durchführen
    • Temperatur, Blutdruck, Puls, Körpergewicht messen
    • ärztliche Verordnungen ausführen, z. B. Medikamente verabreichen, Wunden versorgen, Verbände und Schienen anlegen
    • Punktionen, Infusionen, Transfusionen, Blutentnahmen, Spülungen durchführen
    • Patienten auf diagnostische, therapeutische und operative Maßnahmen vorbereiten
  • Hauswirtschaftliche Unterstützung im ambulanten Bereich
    • Waren einkaufen
    • Speisepläne unter Berücksichtigung des finanziellen Rahmens, des Marktangebots und ggf. besonderer Diätvorschriften aufstellen
    • Speisen und Getränke zubereiten
    • Tische decken, Speisen servieren und abräumen
    • Beim Essen begleiten
    • Lebensmittel und Verbrauchsgüter wie z. B. Putz-, Wasch- und Reinigungsmittel bereitstellen
    • Räume und Einrichtungsgegenstände sachgemäß reinigen und pflegen
Wie lange dauert eine Umschulung zur Pflegefachkraft?

Die Umschulung zur Pflegefachkraft dauert 3 Jahre. Eine verkürzte Umschulung ist nur möglich, wenn bereits eine Ausbildung in der Pflege nachgewiesen werden kann. Eine berufsbegleitende Teilzeitausbildung zur Pflegefachkraft verlängert die Umschulung um weitere 2 Jahre.
Umschulung zur Pflegefachkraft: Dauer, Kosten & Jobs.

Was verdient man bei einer Umschulung zur Pflegefachkraft?

Während der Umschulung erhalten angehende Pflegefachkräfte eine Ausbildungsvergütung entsprechend ihres Arbeitsvertrages (dieser orientiert sich häufig am Tarifvertrag). Die Ausbildungsvergütung wird auf einen möglichen Anspruch auf Arbeitslosengeld angerechnet.
Dauer & Gehalt: Umschulung zur Pflegefachkraft.