Umschulung zur Kindergärtnerin

Eine Umschulung zur Kindergärtnerin ermöglicht dir einen Berufswechsel in einen Job mit Perspektive. Viele Menschen entdecken gerade in den späteren Lebensphasen das Interesse an der pädagogischen Erziehung von Kindern. Das Berufsfeld der Kinderbetreuung bietet gute berufliche Zukunftsaussichten, obwohl es laut den Statistiken immer weniger Kinder gibt. Bis heute klagen Kitas und andere Einrichtungen über Personalmangel und es wird händeringend nach qualifizierten Kinderbetreuern gesucht.

In diesem Ratgeber findest du alles, was du über Dauer, Kosten und Förderungsmöglichkeiten bei der Umschulung zur Kindergärtnerin wissen solltest.

Wichtig zu wissen: Einen offiziellen Beruf Kindergärtner gibt es nicht, dafür aber Erzieher sowie Kinderpfleger bzw. (pädagogische) Sozialassistenten.

Unterschied zwischen Erzieher und pädagogischen Sozialassistenten

Die Ausbildung zur Kinderpflegerin (auch pädagogische Sozialassistentin genannt) ist im Unterschied zur Erzieherin ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, welcher auf 2 Jahre angelegt. Daran schließt sich die zweijährige und überwiegend fachschulische Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher an.

Die Ausbildung zur pädagogischen Sozialassistentin und Erzieherin kann man an einer Berufsfachschule oder an einer Fachakademie für Sozialpädagogik absolvieren.

Kinderpfleger bzw. pädagogischen Sozialassistenten gelten als pädagogische Ergänzungskräfte, während Erzieher als pädagogische Fachkräfte eingestuft werden. Beide Berufsgruppen zählen als pädagogische Mitarbeiter oder als pädagogisches Personal.



Beruf wechseln: Mit einer Umschulung zur Kindergärtnerin

Geht nicht, gibt es nicht. Das trifft auch auf die Umschulungen zu, die du in Deutschland machen kannst. Mit einer geeigneten Umschulung kannst du dir beispielsweise auch den Traum erfüllen, als Kindergärtnerin zu arbeiten. Das Berufsfeld bietet dir eine Zukunftsperspektive mit verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten. Mit der entsprechenden Ausbildung hast du die Chance, im Bereich der pädagogischen Früherziehung zu arbeiten. Dabei ist der Kindergarten nicht der Arbeitsort mit abgeschlossener Umschulung. Als Kindergärtnerin kannst du auch in Familienzentren oder in Kinder- und Jugendwohnheimen arbeiten.

Es ist seit vielen Jahren bekannt, dass Kindergärtnerinnen gesucht werden. Vor allem in den Kindertagesstätten besteht ein großer Mangel an fähigen und jungen Mitarbeitern. Oftmals sind die Kitas in Deutschland mit älteren Mitarbeitern besetzt, die kurz vor dem Übergang in die Rente stehen. Nachwuchs fehlt leider. Für die die ideale Chance auf einen beruflichen Neuanfang. Mit einer Umschulung kannst du den einen Quereinstieg als Kindergärtnerin planen.

Voraussetzungen

Achtung: Die Berufsbezeichnung Kindergärtnerin ist keine offizielle Berufsbezeichnung. Die richtige Bezeichnung lautet Erzieher oder pädagogischer Sozialassistent. Die Ausbildung und Umschulung sind landesrechtlich geregelt und weichen je nach Bundesland stark voneinander ab. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass der Erzieher fachlich über dem pädagogischen Sozialassistenten steht.

Die Zulassungsvoraussetzung für eine Umschulung zur Kindergärtnerin ist üblicherweise der Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife. Viele Bildungsträger verlangen zu dem eine pädagogische Erstausbildung oder praktische Erfahrungen für eine Umschulung.

Wer?Berufschancen
ohne Ausbildung
und ohne Berufserfahrung
– Ausbildung zum Sozialassistent
– Ausbildung zum Erzieher
Umschulung zum Sozialassistent
Umschulung zum Erzieher
mit Berufserfahrung als
pädagogischer Sozialassistent
– Weiterbildung zum Erzieher
abgeschlossene Kinderpflegerausbildung– verkürzte Umschulung innerhalb der Berufsgruppen möglich
abgeschlossene Ausbildung zum Erzieher (außerhalb der EU)Anerkennung des Berufsabschlusses

Ohne Ausbildung auf Jobsuche? Hier findest du die besten Stellenangebote für Bewerber ohne Ausbildung.

Ablauf & Dauer

Eine Umschulung zur Kindergärtnerin (Erzieher) ist ähnlich der Berufsausbildung und ist auf drei Jahre angelegt. Die Umschulung kann in Vollzeit oder in Teilzeit absolviert werden. Wer sich für eine Umschulung zum pädagogischen Sozialassistenten (Kinderpfleger) entscheidet, der sollte mit einer zweijährigen Umschulung rechnen.

Die Umschulung kann sowohl schulisch oder dual ablaufen. Bei einer dualen Umschulung bist du wechselnd in einer Kindertageseinrichtungen (oder ähnlich) und in einer Berufschule tätig. Bei einer dualen Ausbildung wirst du eine tarifliche Ausbildungsvergütung erhalten.

Die Umschulung zur Kindergärtnerin (Erzieher oder Sozialassistent) kann verkürzt werden, wenn du bereits Berufserfahrung oder eine Ausbildung im pädagogischen Bereich nachweisen kannst.

Ablauf einer Umschulung zur Kindergärtnerin

  1. Überblick über mögliche Berufe verschaffen

    Du bist dir noch über deine Berufswahl unsicher? Verschaffe dir als Erstes einen Überblick über Gehalt, Karrieremöglichkeiten und Zukunftsaussichten. Mit dem Online-Eignungstest Check-U von der Arbeitsagentur kannst du schnell herausfinden, in welchen Berufen du deine Interessen und Stärken am besten einbringen kannst.

  2. Bei der Arbeitsagentur informieren

    Du möchtest gerne Kindergärtnerin werden? Dann sind die nächsten Schritte stark davon abhängig, in welchem Bundesland du wohnst, da die Voraussetzungen landesrechtlich geregelt sind. Alle Informationen erhältst du von Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter an deinem Wohnort. Du solltest konkret nach Förderungsmöglichkeiten während der Umschulung fragen und dich über die Unterschiede zwischen der Umschulung zum Erzieher und Umschulung zum Sozialassistent aufklären lassen.

  3. Wege zum Berufswechsel prüfen

    Umschulung, Quereinstieg, Weiterbildung oder Externenprüfung – es gibt unterschiedliche Möglichkeiten für einen Berufswechsel. Speziell für den Beruf der Kindergärtnerin bietet sich die Umschulung als Alternative zur regulären Ausbildung an.

  4. Dauer und Art der Umschulung klären

    Eine Umschulung zur Kindergärtnerin (Erzieher) dauert in der Regel bis zu drei Jahre. Du kannst die Ausbildung in Teilzeit absolvieren, wodurch sich jedoch die Dauer der Umschulung um 2 weitere Jahre verlängert. Hast du bereits eine pädagogische Erstausbildung, ist es möglich, die Umschulung zu verkürzen. In einigen Bundesländern ist die schulische und pädagogische Erstausbildung zum Sozialassistenten vorgeschrieben, bevor du die Umschulung zum Erzieher absolvieren kannst.

  5. Vergütung und finanzielle Fördermöglichkeiten prüfen

    Die Umschulung zur Kindergärtnerin kann dual oder schulisch mit einem integriertem Praktikum absolviert werden. Eine Ausbildungsvergütung wird lediglich bei einer dualen Ausbildung gezahlt. Bei einer schulischen Umschulung ohne Ausbildungsvergütung solltest du dich frühzeitig über die Förderungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit informieren. Eine Fortzahlung des Arbeitslosengelds ist neben anderen Prämien möglich.

  6. Stellenangebote durchsuchen

    Auf der Jobbörse der Arbeitsagentur sowie auf anderen Stellenmärkten werden Jobs für Quereinsteiger angeboten. Darunter auch viele Stellenangebote für angehende Kindergärtnerinnen, die einen Berufswechsel mit einer Umschulung oder Ausbildung planen.

  7. Ausbildungsvertrag unterschreiben

    Falls du dich für eine schulische Umschulung mit integriertem Praktikum entschieden hast, dann musst du dich bei einer Berufsschule oder anderen Bildungsträger bewerben. Dafür ist in der Regel ein Motivationsschreiben und Lebenslauf erforderlich.
    Bei einer dualen Ausbildung bzw. Umschulung musst du dir einen Ausbildungsplatz suchen und dich dort bewerben. Anschließend unterschreibst du einen Ausbildungsvertrag mit dem Ausbildungsbetrieb oder bei einer schulischen Ausbildung mit dem Bildungsträger.

Kosten

Bei einer dualen Umschulung zur Kindergärtnerin fallen keine Kosten an. Du schließt einen Ausbildungsvertrag mit deinem Arbeitgeber und dieser kümmert sich um eine Berufsschule.

Anders sieht es bei einer schulischen Umschulung zur Kindergärtnerin mit integriertem Praktikum aus. Die Kosten für eine schulische Ausbildung werden in der Regel von der Arbeitsagentur mit einem Bildungsgutschein oder einem anderen Förderprogramm übernommen. Deswegen solltest du frühzeitig das Gespräch mit der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter suchen und die entsprechenden Anträge ausfüllen.

Kostenübernahme durch die Arbeitsagentur

Nach §§ 81, 82 SGB III können Umschulungen zur Kindergärtnerin durch die Arbeitsagentur finanziell gefördert werden. Für die gesamte Dauer der Umschulung werden zum Beispiel Schulkosten, Fahrtkosten und andere Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Maßnahme entstehen, übernommen.

Mögliche Berufe nach der Umschulung

Der Beruf einer Kindergärtnerin ist sehr vielseitig. Viele der Absolventen beginnen als pädagogische Fachkraft in Kindertagesstätten zu arbeiten, dabei kann man mit dieser Ausbildung auch an anderen Orten eine Anstellung finden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kitas
  • Kinder- und Jugendheime
  • Familienzentren
  • Schulen
  • Soziale Projekte

Wo kann man sich zur Kindergärtnerin umschulen lassen?

Die Umschulung zur Kindergärtnerin kann schulisch oder dual stattfinden. Viele entscheiden sich für eine schulische Umschulung. In diesem Fall führt der erste Weg dich zur Arbeitsagentur, wo du einen Bildungsgutschein beantragt. Mit diesem suchst du dir dann eine Bildungseinrichtung, wo du die Umschulung zur Kindergärtnerin absolvieren wirst. Während deiner schulischen Umschulung wirst du ein integriertes Praktikum absolvieren.

Falls die Möglichkeit (je nach Wohnort und Qualifikation unterschiedlich) eine duale Umschulung zur Kindergärtnerin durchzuführen, dann musst du dich bei einem Ausbildungsbetrieb bewerben. Das sind in der Regel Kita, Jugendheime oder ähnliche Einrichtungen.

Wie anerkannt ist die Umschulung zur Kindergärtnerin?

Pädagogische Mitarbeiter und besonders Angestellte in der Kinderbetreuung werden in vielen Kommunen dringend gesucht. Nach deiner Umschulung zur pädagogischen Fachkraft wirst du nahezu keine Probleme haben einen Job zu finden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dich als pädagogisch-qualifizierte Tagesmutter selbständig zu machen.

Kindergärtnerin ohne Ausbildung

Für den Beruf der Kindergärtnerin oder für den Beruf des Erziehers ist eine Ausbildung zwingend erforderlich. Möchte man als Bewerber den Einstieg in die Kinderbetreuung ohne pädagogische Ausbildung schaffen, dann kann man das als selbständige Tagesmutter oder Babysitter schaffen.

Quereinstieg im pädagogischen Bereich

Ohne Ausbildung als Sozialassistent oder Erzieher ist eine Anstellung in einer Kita oder ähnlichen pädagogischen Einrichtung nicht möglich. Lediglich als selbständige oder angestellte Tagesmütter ist keine Erstausbildung im pädagogischen Bereich erforderlich. Als Tagesmutter ist jedoch mindestens eine Basisqualifikation über 160 Unterrichtsstunden nachzuweisen (Mehr lesen: Umschulung zur Tagesmutter).



Du möchtest mehr über deine Möglichkeiten ohne Ausbildung erfahren? Dann findest du hier alles, was du über einen Job ohne Ausbildung wissen musst.

Job als Kindergärtnerin

Die Berufsbezeichnung Kindergärtnerin ist veraltet, wird aber innerhalb der Bevölkerung immer noch gerne genutzt. Da eine Kindergärtnerin mittlerweile auch in anderen Einrichtungen als der Kita tätig sein kann, wird mit der Bezeichnung Erzieher oder pädagogischer Sozialassistent gesprochen. Mit einer Umschulung zur Kindergärtnerin kannst du beispielsweise in Familienzentren, Kindertagesstätten oder auch in Jugend- und Kinderheimen tätig werden.

Aufgaben einer Kindergärtnerin

  • Pädagogische Arbeiten
    • Verhalten der Kinder beobachten und analysieren
    • Bildungsauftrag anerkennen, Herausforderungen und Ziele gestalten
    • Umsetzung des Bildungsauftrags
    • Stabilisierung von Verhaltensauffälligkeiten
    • Erstellen von Erziehungsplänen und Beschäftigungsplänen
    • Betreuen, fördern, erziehen
    • altersgerechte Lernprozesse aufarbeiten und durchführen
    • altersgerechte soziale Prozesse erkennen und durchführen
    • entwicklungsfördernden, kooperativen, kommunikativen und kreativen Beschäftigungen
    • Beratende Tätigkeit bei Eltern und Kindern
    • Hilfestellung bei persönlichen Krisensituationen
    • Erziehung in Sachen Medien, Soziales, Bildung
    • Dokumentationen und Zusammenfassungen von Erziehungsmaßnahmen und Entwicklungen der Kinder
    • Beschäftigungen mit anderen Kindern initiieren
  • Pflege und versorgen
    • Einhaltung von Ruhepausen
    • warme und kalte Speisen zubereiten
    • leichte Verletzungen behandeln
    • Betten und Einrichtungsgegenstände säubern und erhalten
    • Körperpflege (Hände waschen usw.)
Wie lange dauert eine Umschulung zur Kindergärtnerin?

Die Umschulung zur Kindergärtnerin (Erzieher/in) kann bis zu drei Jahre dauern. Alternativ zur Umschulung zur Erzieherin ist eine Umschulung zur pädagogischen Sozialassistentin möglich, welche auf zwei Jahre angelegt ist. In einigen Bundesländern ist eine Ausbildung oder Umschulung als Sozialassistent die Voraussetzung dafür, dass man eine Umschulung zum Erzieher beginnen kann.
Umschulung zur Kindergärtnerin: Dauer, Kosten & Jobs.

Was verdient man bei einer Umschulung zur Kindergärtnerin?

Bei einer dualen Ausbildung zum/r Kindergärtner/in, z. B. als Erzieher, erhalten Umschüler eine Ausbildungsvergütung. Bei einer rein schulischen Umschulung, zum Beispiel zum Sozialassistent oder zum Erzieher, wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Während einer schulischen Umschulung greifen in der Regel staatliche Förderprogramme, wie zum Beispiel die Fortzahlung von Arbeitslosengeld oder ähnliche Hilfen.
Dauer & Gehalt: Umschulung zur Kindergärtnerin.